Die perfekte Fotoreise planen: Tipps und Tricks für deinen nächsten Urlaub

Moin. Schön, dass du wieder auf Hinterlandscapes vorbeischaust. Heute möchte ich mit dir darüber sprechen, wie du eine Fotoreise planen kannst, um deine Foto-Ausbeute zu maximieren. Die Idee dazu kam mir bei der Vorbereitung für eine Rügen-Reise im Dezember 2023. Und da ich mit Frau und Kind unterwegs war, werde ich auch noch ein paar Worte darüber verlieren, wie du Familie und Fotografie unter einen Hut bekommst.

Reiseziele für Fotografen gibt es unendlich viele. Wer genau hinschaut, wird sowieso überall etwas Schönes finden. Ich bin daher bei der Wahl des Familienurlaubsortes offen für alles. Umso erfreuter war ich, dass des in diesem Jahr zu Silvester nach Rügen gehen sollte. Einleitend vielleicht noch das: Ich bin ein planender Chaot. Ich plane unglaublich viel, habe aber keine Probleme, diese Pläne alle oder teilweise über den Haufen zu werfen. Das mache ich nahezu bei jeder Reise so. Auch für Rügen habe ich einige Zeit in die Vorabrecherche gesteckt, um zumindest eine Liste der besten Motive zu haben. Aber der Reihe nach.

Matthias Süßen an der Victoria-Sicht.
Vieles lässt sich planen. Doch die Gegebenheiten vor Ort sind immer für Überraschungen gut. Hier war der Himmel eher mau. Dazu war es erbärmlich kalt und hinter mir warteten bereits andere darauf, die Victoriasicht genießen zu können. Foto: Adam Placzek

1. Motiv-Recherche im digitalen Dschungel

Nachdem das Reiseziel feststeht, stürze ich mich in den digitalen Dschungel von Google Bilder, Instagram und Fotografie-Blogs. Hier finde ich Inspiration und sehe, welche Orte bereits von anderen Fotografen erkundet wurden. Das hilft nicht nur bei der Auswahl der besten Spots, sondern gibt auch Ideen für einzigartige Perspektiven.

2. Sonnenstände und Milchstraßenbilder planen

Für beeindruckende Landschaftsfotos ist die Planung der Sonnenstände und Milchstraßenbilder entscheidend. Hierfür nutze ich verschiedene Apps, die mir für jeden Ort genau anzeigen, wann und wo die Sonne auf- und untergeht oder wann der Himmel ideal für Milchstraßenaufnahmen ist. So kann ich meine unsere Shooting-Zeiten optimal planen. Apps dafür sind zum Beispiel Photopills, The Photographer’s Ephemeris oder das eingeschränkt kostenlose Sun Surveyor.

Sonnenaufgang am Hafen von Sassnitz
Gute Plätze für schöne Sonnenaufgangsfotos lassen sich im Voraus planen.

3. Wetter im Blick behalten

Wetterbedingungen spielen eine entscheidende Rolle in der Fotografie. Deshalb schaue ich mir die Vorhersagen im Netz oder auf Wetter-Apps an, um vorab zu wissen, was mich erwartet. Online nutze ich dafür gerne Kachelmannwetter. Auf dem Smartphone ist Agrarwetter eine ganz praktische App. Flexibilität ist dabei der Schlüssel. Auch wenn die Vorhersagen immer besser werden, bleibt eine Restungenauigkeit. Die vorab gesammelten Spots auf meiner Google-Karte ermöglichen es mir, je nach Wetterlage spontan zu entscheiden, welches Motiv am besten passt.

Langzeitbelichtung des Großsteingrabes Nobbin.
Immer flexibel bleiben: Eigentlich wollte ich den Vollmond fotografieren. Da es sehr windig war, hatte ich darauf gehofft, dass dadurch die Wolkendecke aufgerissen würde. Dem war leider nicht so. Also habe ich mich für eine Langzeitbelichtung der ziehenden Wolken entschieden.

4. Google-Karte als persönlicher Fotoplaner

Zur Vorbereitung einer Reise trage ich meine persönlichen Lieblingsspots in eine Google-Karte ein. Das ist unglaublich einfach und ungemein praktisch. Denn die dort eingetragenen Orte kann ich so über die eingebaute Navigationsfunktion ganz leicht ansteuern. So behalten ich den Überblick über die verschiedenen Locations und kann spontan entscheiden, welchen Spot ich anfahren möchte. Für meinen letzten Rügen-Urlaub hatte ich insgesamt 55 Spots eingetragen, von denen ich natürlich nur einige besuchen konnte. Aber das ist in Ordnung – Flexibilität ist der Schlüssel!

5. Leichte, aber vielseitige Fotoausrüstung

Bei der Auswahl der Fotoausrüstung für die Reise ist Leichtigkeit entscheidend. Dennoch sollte sie alle notwendigen Dinge umfassen. Ein Weitwinkelobjektiv für atemberaubende Landschaftsaufnahmen, ein Teleobjektiv für Nahaufnahmen von entfernten Details und ein stabiles Stativ für Langzeitbelichtungen sind für mich immer unverzichtbar. Mein momentanes Reiseequipment besteht aus dem RF 24-105mm f4 L IS USM und dem RF 16mm F2.8 STM. Dazu noch ein gutes Reisestativ. Damit bist auch du bestens gerüstet, um jede Szene perfekt einzufangen.

Ich bin gerne mit leichtem Gepäck unterwegs. Bild: Daniel Schwen, Wikimania 2014 by Dschwen 3293, CC BY-SA 3.0

6. An die Familie denken

Die Rügen-Reise war ein Familienurlaub. Dabei sollten alle auf ihre Kosten kommen. Und das ist eigentlich ganz einfach. Die schönsten Zeiten zum Fotografieren sind eh die Tagesrandzeiten. Und da meine Begleitung um Urlaub gerne länger schläft (was ich absolut nachvollziehen kann), habe ich mich entschieden, vor allem morgens früh aufzubrechen. Auch wenn mir das frühe Aufstehen immer wieder schwerfällt, habe ich es nie bereut. Denn es hat viele Vorteile: Die Familie kann in Ruhe ausschlafen, tagsüber überlaufene Orte sind meist menschenleer, im Gegensatz zum Sonnenuntergang ist der Wind morgens meist nicht so stark und das Licht ist selbst an bewölkten Tagen oft atemberaubend. Die Zeit tagsüber habe ich dann in vollen Zügen mit meiner Familie genossen.

Das waren meine Tipps für die Planung einer Fotoreise. Ich hoffe, sie helfen dir, deine nächsten Abenteuer im Hinterland optimal vorzubereiten. Vergiss nicht, flexibel zu bleiben und jeden Moment in vollen Zügen zu genießen. Bis zum nächsten Mal auf Hinterlandscapes! Happy shooting.

Ein Kommentar

  1. Pingback:Zeitreise durch Schloss Dwasieden: Ein verlorener Zauber im Hinterland Rügens -

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert