Paris ist ein Traum. Und ich war viel zu lange nicht dort, doch dieses Jahr passte einfach alles. Die Wikimania 2026 brachte mich endlich zurück in die französische Hauptstadt.
Insgesamt verbrachte ich zwölf Tage in Paris: Vor der Konferenz zog ich allein mit meiner Kamera durch die Stadt, während der Wikimania war ich abends mit anderen Wikipedianerinnen und Wikipedianern unterwegs. Danach erkundete ich Paris gemeinsam mit meiner Familie. Drei Hotels in drei verschiedenen Stadtteilen eröffneten mir dabei ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt.
In diesem Beitrag zeige ich euch meine schönsten Fotospots. Darunter sind Klassiker wie der Eiffelturm und der Louvre, moderne Architektur in La Défense, prachtvolle Kirchen und Museen, ungewöhnliche Metrostationen und einige weniger bekannte Motive. Dazu gibt es praktische Hinweise zur Reiseplanung und ein paar Tipps für gelungene Aufnahmen.
Alle Fotospots auf einer Karte
Keine Zeit für den ganzen Beitrag? Du kannst oder möchtest nicht alles lesen, sondern direkt losziehen? Auf der Karte findest du alle vorgestellten Fotospots sowie meine Restaurant- und Cafétipps. So siehst du schnell, welche Orte nah beieinanderliegen, und kannst deine eigene Tour durch Paris zusammenstellen. Hinweis: Einige Spots habe ich nicht mehr geschafft. Die sind bis dato ohne Foto auf der Karte vermerkt.
Anreise und Fortbewegung in Paris

Ich bin mit dem Nachtzug von European Sleeper nach Paris gefahren. Los ging es am Abend in Hamburg-Harburg. Am nächsten Mittag bin ich dann am Bahnhof Paris Gare du Nord angekommen. Die Fahrt war gemütlich, erholsam und deutlich entspannter als eine Flugreise. Der Rückweg war genauso entspannt. Zunächst fuhr ich mit dem Eurostar nach Köln und von dort mit der Bahn zurück nach Kiel.
In Paris war ich hauptsächlich mit der Metro unterwegs. Schon vor meiner Abreise hatte ich mir die Bonjour-RATP-App auf mein Telefon heruntergeladen und mir für etwa 32 Euro ein Navigo-Wochenticket gekauft. Anschließend musste ich beim Einsteigen in Metro und Bus nur noch mein Smartphone an das Lesegerät halten. Einfacher geht es kaum. Früher™ war das jedenfalls deutlich komplizierter.
Gut zu wissen: Das Wochenticket gilt stets von Montag bis Sonntag und nicht für sieben beliebige Tage ab Kaufdatum. Da der Preisunterschied gering ist, würde ich direkt die Variante für alle fünf Zonen nehmen (32,40 Euro). Damit bist du völlig flexibel und kannst auch Ziele außerhalb des Pariser Zentrums ansteuern (was ich leider gar nicht geschafft habe). Unbedingt bedenken solltest du auch, dass die Metro nicht rund um die Uhr fährt. Morgens geht es immer um 5:30 los und am Abend kommt der letzte Zug um 1:15 Uhr an der Endstation an. Am Wochenende hast du abends eine Stunde länger Zeit.
An dieser Stelle vielleicht noch ein paar Worte zur Sicherheit. Auch mit meiner gesamten Fotoausrüstung im Rucksack habe ich mich in der Metro und auf meinen Streifzügen durch Paris nie unwohl gefühlt. Während meines Aufenthalts hatte ich keine Probleme. In der Metro wird aber immer wieder vor Taschendieben gewarnt, weshalb es immer ratsam ist, die eigenen Sachen im Blick zu haben.
Übernachten in Paris

Ein guter Tipp vorweg: Such dir Freunde in Paris! Wer Bekannte in der Stadt hat, spart nicht nur Geld, sondern kann die Stadt auch viel persönlicher kennenlernen. Leider waren meine Kontakte diesmal alle ausgeflogen. Deshalb musste ich mir andere Unterkünfte suchen.
Bei Städtereisen setze ich auf kurze Wege. Ich buche am liebsten Hotels, die zentral und zugleich nah am Bahnhof liegen. So kam ich zum Belta Hotel. Das Haus hat ein charmant-angestaubtes Flair und ist ein absoluter Geheimtipp. Die Lage nahe dem Place de la République ist fantastisch, um die Stadt zu Fuß oder mit der Metro zu erobern. Die Mitarbeiter sind nett, das Frühstück ok. Mehr braucht es nicht. Meine zweite Unterkunft war das ibis Paris La Villette Cité des Sciences, das Wikimedia Deutschland für mich gebucht hatte. Auch das ist ein solides Hotel in guter Lage. Den Abschluss bildete das ibis budget Paris Porte de Montmartre mit der Familie. Zwar günstig, aber die Lage außerhalb des Stadtzentrums an einer lauten Schnellstraße im Norden hat mich nicht überzeugt. Hier überlegt man es sich am Abend zweimal, ob man noch einmal loszieht.
Mein Tipp: Unterkünfte in Paris sind teuer, doch der Aufpreis für ein zentrales Hotel zahlt sich aus. Für Fotoreisen gilt das erst recht. Kurze Wege am frühen Morgen oder späten Abend und die Möglichkeit für kurze Zwischenstopps sind unbezahlbar. Das wichtigste Kriterium für ein Hotel in Paris ist eine Metrostation direkt vor der Haustür. Die Zimmer sollten natürlich auch ok sein. Essen kannst du auch außerhalb des Hotels in allen Preisklassen.
Essen und Trinken in Paris

Kulinarisch lässt Paris kaum Wünsche offen. Es gibt unzählige Cafés und Restaurants. Die Preisspanne reicht auch im Zentrum von günstig bis ausgesprochen exklusiv. Wie üblich lohnt es sich, in der zweiten Reihe zu gucken. Hier ist es meist günstiger und authentischer, da hier auch die Einheimischen einkehren. Morgens frühstückte ich meist in einer Boulangerie, tagsüber habe ich den Hunger mit Streetfood gestillt und abends war ich öfter in einem Restaurant essen.
Mein Tipp: Besonders rund um die Metrostation Stalingrad gibt es viele günstige, gute und sehr internationale Restaurants. Einige meiner Empfehlungen habe ich auf der Karte markiert. Auch die Pariser Cafés sind einen Besuch wert: Viele sind so schön eingerichtet, dass sie selbst zum Fotomotiv werden (dazu später mehr).
Die besten Fotospots in Paris

Kommen wir zur Fotografie. Die Liste der Fotospots ist natürlich subjektiv und längst nicht vollständig. Einige Orte und Aufnahmen konnte ich noch gar nicht verarbeiten. Ich werde sie nach und nach ergänzen.
Paris erkundet man am besten Schritt für Schritt. Obwohl ich ein Metro-Ticket hatte, war ich meist zu Fuß unterwegs. Jeden Tag kamen so zwischen 18 und 20 Kilometer zusammen. Abgesehen von Montmartre ist die Stadt weitgehend flach und lässt sich hervorragend erlaufen. Das braucht zwar Zeit und bequeme Schuhe, lohnt sich aber unbedingt. Zu Fuß entdeckt man zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten viele Motive, an denen man mit der Metro einfach vorbeifahren würde.
Außerdem erschließe ich mir Städte einfach am liebsten zu Fuß. Man bekommt ein Gefühl für die Entfernungen. Und die werden mit jedem Tag gefühlt kleiner. Was gestern in der Metro noch weit entfernt schien, liegt plötzlich nebeneinander. So wird selbst eine riesige Metropole mit jedem Tag spürbar kleiner, vertrauter und übersichtlicher.
Rund um den Eiffelturm
Die wohl bekannteste Pariser Sehenswürdigkeit ist aus beinahe jeder Perspektive ein dankbares Motiv. Ein Klassiker ist die Ansicht vom Trocadéro. Hier empfiehlt es sich, möglichst früh vor Ort zu sein. Morgens um 5:30 Uhr musst du dir die Ansicht nur mit einigen asiatischen Hochzeitspaaren teilen, die hier Fotoshootings machen. Abends ist der Platz meist völlig überfüllt. Vom Champ de Mars aus kannst du den Turm mit viel Grün oder freien Flächen ins Bild setzen. Allerdings solltest du dafür auch hier eher zu den Tagesrandzeiten auftauchen. Weitere spannende Blickwinkel findest du in der Rue de l’Université, an der Avenue de Camoëns und am Quai Jacques Chirac. Auch die Pont de Bir-Hakeim und das Seineufer eignen sich hervorragend, um den Turm mit Brücken, Bäumen oder vorbeifahrenden Booten in Szene zu setzen.
Besonders spannend fand ich die Perspektiven direkt unter dem Bauwerk. Hier ist Fotografen-Yoga angesagt. Es lohnt sich, die Kamera zu drehen, zu kippen und auch einmal ungewöhnlich zu verrenken. Die Stahlkonstruktion belohnt dich mit abstrakten Ansichten.
Ein rechtlicher Hinweis zu Nachtaufnahmen: Fotografieren darfst du den beleuchteten Eiffelturm selbstverständlich. Seine Illumination und die funkelnden Lichter sind allerdings urheberrechtlich geschützt. Für private Aufnahmen und das Teilen in sozialen Netzwerken ist laut Betreibergesellschaft keine Genehmigung nötig; für eine professionelle oder kommerzielle Nutzung kann sie dagegen erforderlich sein. Frankreich kennt nur eine eingeschränkte Panoramafreiheit. Weitere Informationen findest du auf der offiziellen Website des Eiffelturms.














Die schönsten Brücken über die Seine
Lust auf Flussromantik? Die Seine ist die Lebensader von Paris und ihre Brücken sind wie gemacht für die Kamera. Ganz besonders schön ist es hier am frühen Morgen, zur blauen Stunde und bei Nacht.
Pont Alexandre III
Ein Meisterwerk des Jugendstils und die wohl spektakulärste Brücke der Stadt. Goldene Skulpturen, aufwendig verzierte Leuchter und Jugendstilelemente bieten unzählige Details. Sie sind der perfekte Vordergrund, der den Blick auf den Eiffelturm lenkt. Besonders fotogen ist die Brücke bei Sonnenaufgang, in der blauen Stunde und am Abend, wenn ihre Leuchten eingeschaltet sind.

Pont de Bir-Hakeim
Die zweistöckige Pont de Bir-Hakeim ist ein echter Fotomagnet. Wäre sie nicht fast immer so überlaufen, wäre sie mein absoluter Lieblingsort in Paris. Mit ihren symmetrischen Stahlstützen lässt sich fotografisch spielen. Über der Fahrbahn verläuft die Metro, die sich wunderbar als zusätzliches Bildelement einfangen lässt. Von der Brücke und der angrenzenden Île aux Cygnes hast du außerdem einen großartigen Blick auf den Eiffelturm. Auf der kleinen Halbinsel vor der Brücke spielen sich regelmäßig romantische Szenen ab, ist sie doch einer der beliebtesten Orte für Heiratsanträge in Paris. Am schönsten ist es auch hier zu den Tagesrandzeiten.
Mein Tipp: Auch die übrigen Seinebrücken in der Pariser Innenstadt lohnen einen Abstecher, darunter Pont Neuf, Pont des Arts und Pont de la Concorde. Von ihnen eröffnen sich immer neue Perspektiven auf den Fluss, die historischen Fassaden und die bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.



Rund um den Louvre
Was für ein Gebäude. Der riesige Komplex erstreckt sich über eine Fläche von 19 Hektar. Davon werden 72.735 Quadratmeter als Ausstellungsfläche für das Museum genutzt, das mit rund 9,6 Millionen Besuchern das größte und meistbesuchte Kunstmuseum der Welt ist. Aber man muss gar nicht unbedingt in das Museum gehen (was aber unbedingt zu empfehlen ist). Auch außen beeindruckt der Bau mit seiner gelungenen Kombination aus alten und neuen Elementen wie der Glaspyramide. Die Fassaden des Schlosses und seine Arkaden bieten zahlreiche weitere Motive. Es lohnt sich, herumzugehen und mit den Perspektiven zu spielen. Besonders beeindruckend ist der Louvre bei Nacht. Jedenfalls, solange die Pyramide noch beleuchtet ist. Für Fotos ohne Menschenmassen kommst du am besten am späten Abend oder am frühen Morgen. Während der Öffnungszeiten lassen sich die Architektur im Inneren und zahllose Kunstwerke festhalten, jedoch mit entsprechend viel Betrieb. Hier heißt es, geduldig zu sein.

Île de la Cité und das historische Paris
Die Île de la Cité ist der historische Kern von Paris. Hier nahm die Geschichte der Stadt ihren Anfang. Während auf der Insel tagsüber meist großer Trubel herrscht, bietet die benachbarte Île Saint-Louis mit ihren ruhigen Straßen und netten Cafés die perfekte kleine Auszeit.
Notre-Dame
Ich weiß noch genau, wie schockiert ich war, als die Kirche brannte. Als ich dann hörte, dass sie in so kurzer Zeit wieder aufgebaut werden soll, war ich extrem skeptisch. Zu Unrecht. Nach ihrer Restaurierung ist Notre-Dame wieder eines der schönsten Motive im historischen Zentrum von Paris. Neben der klassischen Vorderansicht lohnen sich die Portale, Wasserspeier und vielen kleinen Fassadendetails. Schöne Gesamtansichten findest du vom gegenüberliegenden Seineufer, von den Brücken und vom Square René Viviani. Auch innen ist die Kirche ein fotografischer Traum, auch wenn man leider derzeit wohl nicht auf die Emporen darf.



Sainte-Chapelle
Sainte-Chapelle macht mich immer wieder sprachlos. Was für eine überbordende Schönheit. Dabei ist der Bau von außen relativ unscheinbar. Lass dich davon nicht abschrecken. Auch nicht von der Schlange, die sich oft vor dem Eingang aufbaut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gut organisiert. Meist geht es recht schnell. Und wenn du erst einmal unter den hohen und prachtvoll ausgeschmückten Gewölben stehst, ist eh alles vergessen. Überwältigend schön sind die riesigen Buntglasfenster, die die Kapelle bei Sonnenschein in ein spektakuläres Licht hüllen. Fotografisch ist das durchaus anspruchsvoll, denn die großen Helligkeitsunterschiede zwischen Fenstern und Innenraum erfordern eine überlegte Belichtung. Achte vor allem darauf, dass die hellen Fenster nicht ausbrennen. Am besten fotografierst du im RAW-Format. Hier kannst du später noch einiges herausholen.

Mittelalterliche Häuser in der Rue François-Miron
Auf ins Marais: In der Rue François-Miron 11 und 13, nur wenige Gehminuten von der Île de la Cité entfernt, stehen zwei der bekanntesten Fachwerkhäuser der Stadt. Sie heben sich unverwechselbar von den umliegenden Fassaden ab und bieten tolle Fotomotive.

Saint-Germain, Panthéon und Jardin du Luxembourg
Das Quartier Latin rund um das Panthéon gehört zu den schönsten Gegenden für einen ausgedehnten Fotospaziergang. Spannende Architekturmotive, historische Bibliotheken, kleine Straßen und der Jardin du Luxembourg liegen hier nah beieinander.
Das Panthéon
Schon von außen ist das Panthéon im Quartier Latin mit seinen mächtigen Säulen und der großen Kuppel ein eindrucksvolles Motiv. Vom weitläufigen Platz kannst du den Bau in Gänze ablichten oder ihn mit den Passanten in Szene setzen. Im Inneren bieten die Kuppel, die hohen Säulen, das Pendel von Foucault und die Krypta viel Raum für spannende Aufnahmen. Auch die zahlreichen Grabstätten berühmter Franzosen wie etwa Jean-Jacques Rousseau, Voltaire, Marie Curie, Alexandre Dumas, Victor Hugo und Émile Zola sind einen Besuch wert.


Bibliothèque Sainte-Geneviève
Direkt gegenüber liegt die Bibliothèque Sainte-Geneviève. Besonders sehenswert ist ihr historischer Lesesaal mit filigranen Eisenbögen, langen Tischreihen und grünen Leselampen. Fotografieren ist hier normalerweise nur eingeschränkt möglich. Der Zugang ist kostenlos, setzt aber eine Anmeldung voraus. Bei Führungen sind private Aufnahmen und Fotos für private Zwecke erlaubt. Für andere Veröffentlichungen solltest du vorher eine Genehmigung einholen. Informationen dazu findest du auf der Website der Bibliothek. Ich hatte das Glück, während der Wikimania in der geschlossenen Bibliothek fotografieren zu dürfen. Ein absolutes Highlight meiner Paris-Reise.


Jardin du Luxembourg
Der Jardin du Luxembourg ist der perfekte Ort für eine Pause zwischen zwei Fototouren, aber auch selbst voller Motive. Außerdem ist er ein tolles Ziel, wenn du mit deiner Familie in Paris bist. Zwischen historischen Statuen, streng symmetrischen Beeten und den berühmten grünen Stühlen genießen auch die Einheimischen die Sonne. Auf dem großen Wasserbecken vor der Gartenfassade des Schlosses lassen Kinder traditionell bunte Modellboote im Wind segeln.


Invalidendom und Umgebung
Städte erschließe ich mir am liebsten über markante Orientierungspunkte. Neben dem Eiffelturm zieht vor allem die goldene Kuppel des Invalidendoms schon von Weitem den Blick auf sich. Die perfekte Symmetrie der Anlage kommt im späten Nachmittagslicht am besten von der Esplanade des Invalides zur Geltung. Über die Esplanade lässt sich der Abstecher zum Invalidendom perfekt mit der Pont Alexandre III (siehe dazu den Abschnitt Die schönsten Brücken über die Seine) verbinden. Von dort hast du eine weitere wunderschöne Sicht auf den Invalidendom.
Doch halt! Auch der Gang ins Innere lohnt sich. Hier findest du das Grabmal Napoleons. Auf Fotos wirkt es oft klein. Das liegt vor allem an einer optischen Täuschung durch die enorme Architektur des Invalidendoms in Paris. In Wirklichkeit ist der rote Quarzitsarkophag monumental und riesig.



Opéra und die großen Pariser Kaufhäuser
Rund um den geschäftigen Boulevard Haussmann schlägt das Herz der Pariser Shoppingmetropole. Mit der Opéra Garnier und den großen Kaufhäusern findest du hier einige der prachtvollsten Bauten der Stadt.
Galeries Lafayette
Der Blickfang in den Galeries Lafayette ist die farbenprächtige Jugendstilkuppel. Ich fand es am schönsten, sie direkt von unten zu fotografieren. Von den umlaufenden Balkonen ergeben sich spannende Perspektiven auf das geschäftige Innere. Hier kannst du mit der Symmetrie spielen. Der Glasswalk ist dagegen ein Instagrammer-Spot, den ich als eher störend empfand. Trotzdem lohnt sich der Weg nach oben zur kostenlosen Dachterrasse: Von dort hast du einen fantastischen Blick über die Pariser Dächer bis zum Eiffelturm, zur Opéra Garnier und nach Montmartre. Bei schlechtem Wetter kann die Terrasse geschlossen sein.

Printemps Haussmann
Gleich nebenan lockt das Printemps Haussmann mit nicht minder stilvoller Innenarchitektur und einer ebenso prachtvollen Glaskuppel. Von der Bar Perché im siebten Stock bietet sich ein fantastisches Stadtpanorama mit Blick auf den Eiffelturm, das mit der Aussicht der Galeries Lafayette um den besten Blick der Stadt wetteifert. Insider-Tipp: Wenn du dich sehr zurückhaltend verhältst, kommst du oft auch kostenlos für einen kurzen Blick hinein. Bei meinem Besuch war das Team sehr entspannt und hat mich gewähren lassen, nachdem ich erklärt habe, dass ich nur ein paar Fotos schießen möchte. Es war aber auch noch recht leer. Ob das bei größerem Andrang ebenfalls möglich ist, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Montmartre
Montmartre ist eines der fotogensten, aber auch meistbesuchten Viertel von Paris. Schon Picasso, Modigliani, Miró und vor ihnen Manet, Toulouse-Lautrec, Géricault, Renoir oder Van Gogh haben das Viertel in ihren Bildern festgehalten. Das hat sich rumgesprochen. Rund um die Sacré-Cœur, den Place du Tertre und die Maison Rose wird es tagsüber schnell voll. Deshalb lohnt es sich, früh am Morgen zu kommen. Dann kannst du weitgehend alleine über die Treppen, die verwinkelten Gassen und kleinen Plätze schlendern und alles auf dich wirken lassen. Es ist dann sehr malerisch. Versprochen!
Aber auch abseits der bekannten Wege hat Montmartre eine ruhigere Seite. Auch hier lohnt der Gang in die zweite Reihe. Kopfsteinpflaster, alte Fassaden, Cafés und steile Straßen bieten immer neue Perspektiven. Am Fuß des Hügels bietet das Moulin Rouge mit seiner roten Mühle und den Leuchtreklamen einen ziemlichen Kontrast zum historischen Viertel.












Friedhöfe haben für mich eine ganz eigene Magie. Sie sind reich an Geschichte und kunstvollen Grabmalen, die vom Leben der dort Bestatteten erzählen. Deshalb war klar, dass ich auch den Cimetière de Montmartre besuchen würde. Er ist außerdem ein wohltuender Gegenpol zum Trubel der Stadt. Zwischen den alten Grabmälern, Skulpturen und dicht stehenden Bäumen hätte ich stundenlang verweilen können.






Rund um den Arc de Triomphe
Der Arc de Triomphe lässt sich vom Boden aus besonders gut entlang der Champs-Élysées und von den umliegenden Verkehrsinseln fotografieren. Hier gilt es, ein wenig vorsichtig zu sein. Die Autofahrer sind alles andere als begeistert von den vielen Fotografen und haben überhaupt keine Lust, Rücksicht auf sie zu nehmen. Überlege also genau, welches Risiko du für dein Bild eingehen möchtest.
Dass der Fahrstuhl bei meinem Besuch scheinbar schon länger außer Betrieb war, erwies sich als Glücksfall für die Motivsuche, denn der Blick auf die Treppenhäuser lohnt unbedingt. Auch wenn man sieht, was man noch vor sich hat. Die Wendeltreppe ist sowohl von unten als auch von oben ein spannendes Motiv. Von der Dachterrasse hast du schließlich einen weiteren großartigen Rundumblick über Paris. Besonders eindrucksvoll sind die zwölf sternförmig auf den Place Charles de Gaulle zulaufenden Straßen. Allen voran natürlich die Prachtstraße Champs-Élysées, die auf den Louvre zuführt.


Museen für Fotografie- und Architekturfans
Der weltberühmte Louvre gehört natürlich zum Pflichtprogramm und hat auch mich begeistert. Doch abseits der großen Namen warten weitere Museen, die fotografisch mindestens ebenso spannend sind.
Musée d’Orsay
Das Musée d’Orsay befindet sich in einem ehemaligen Bahnhof und gehört für mich zu den schönsten Museen von Paris. In der riesigen Halle mit ihrem gläsernen Dach, den Skulpturen und den umlaufenden Galerien findest du zahllose Fotomotive. Hier findest du außerdem eine der bedeutendsten Sammlungen impressionistischer Kunst der Welt mit Werken von Claude Monet, Vincent van Gogh und Edouard Manet. Besonders bekannt sind die beiden monumentalen Uhren. Durch ihre Zifferblätter blickst du über die Seine bis nach Montmartre und zur Sacré-Cœur. Mein Tipp: Warte, bis sich jemand vor die Uhr stellt und binde die Silhouette der Person in das Motiv ein.

Weitere sehenswerte Museen
Wenn du mit Kindern unterwegs bist, solltest du unbedingt einen Besuch des Musée en Herbe einplanen. Es zeigt spannende Ausstellungen und bietet Workshops für Kinder an, die sich unter anderem mit Künstlern wie Marc Chagall, Pablo Picasso und Niki de Saint Phalle beschäftigen. Auch der Louvre ist nicht nur wegen seiner Sammlung interessant. Innenhöfe, Treppenhäuser, lange Galerien und der Bereich unter der Glaspyramide machen das Gebäude selbst zum Fotospot.
Informiere dich vor dem Besuch über die jeweiligen Regeln. Im Musée d’Orsay sind private Aufnahmen grundsätzlich erlaubt, Blitz, Stative und andere Halterungen jedoch verboten. Auch im Louvre darfst du die Dauerausstellung für private Zwecke fotografieren, allerdings ohne Blitz, zusätzliche Beleuchtung oder Selfiestick. Für einzelne Werke, Sonderausstellungen und eine kommerzielle Veröffentlichung können strengere Bestimmungen gelten.
Ganz schön anstrengend sind die ständigen Sicherheitskontrollen. Die erinnern fast schon an diejenigen an Flughäfen. Ganz so streng geht es meist nicht zu, aber kontrolliert wird gefühlt an jedem Eingang. Mein Tipp: Reduziere deine Ausrüstung auf das Wesentliche, wenn du einen Museumsbesuch planst. Das erleichtert nicht nur die Sicherheitskontrollen, sondern erspart dir auch zeitraubendes Anstehen an den Schließfächern.
La Défense: das moderne Paris
La Défense steht im starken Kontrast zum historischen Zentrum von Paris. Hier ist alles modern. Rund um die Grande Arche dominieren Glas, Stahl und Beton. Hochhäuser, spiegelnde Fassaden, Treppen und weite Plätze bieten ideale Voraussetzungen für geometrische Spielereien, Minimalismus und abstrakte Architekturfotografie. Besonders spannend ist das Spiel mit Spiegelungen und Größenverhältnissen.
Zwischen den Hochhäusern findest du außerdem zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum. Besonders fotogen ist Le Moretti von Raymond Moretti.









Versteckte Perlen, Instagram-Klassiker & besondere Motive
Neben den „großen“ Sehenswürdigkeiten bietet Paris zahlreiche ungewöhnliche Motive, die sich gut in einen Fotospaziergang einbauen lassen. Manche sind längst durch Instagram bekannt, andere habe ich bei meinen Spaziergängen eher zufällig entdeckt.
Pagoda Paris
Die Pagoda Paris wirkt wie ein architektonischer Fremdkörper mitten im vornehmen 8. Arrondissement. Mit ihrer roten Fassade, dem geschwungenen Dach und den chinesischen Ornamenten hebt sie sich deutlich von den umliegenden Bauten ab. Fotografieren lässt sie sich am besten vom Place Gérard-Oury.

Metrostation Arts et Métiers
Die Station Arts et Métiers gehört zu den schönsten Metrostationen von Paris. Wer die Bücher von Jules Verne mag, ist hier genau richtig. Mit glänzendem Kupfer an den Wänden, bullaugenförmigen Durchgängen und gigantischen Zahnrädern an der Decke fühlt man sich sofort in die Nautilus aus dem Klassiker „20.000 Meilen unter dem Meer“ versetzt. Entstanden ist das Kunstwerk 1994, als die Station zum 200-jährigen Jubiläum der renommierten Kunst- und Gewerbeschule (Conservatoire national des Arts et Métiers) aufwendig neugestaltet wurde.

Malerische Straßen und historische Passagen
Zu den bekanntesten Instagram-Motiven gehört die Rue Crémieux mit ihren pastellfarbenen Häusern. Da es sich um eine Wohnstraße handelt, solltest du Rücksicht auf die Anwohnerinnen und Anwohner nehmen. Aber das versteht sich von selbst und gilt ja nicht nur hier.
Ruhiger und weniger herausgeputzt ist die Rue des Thermopyles im 14. Arrondissement. Mit ihrem Kopfsteinpflaster und den dicht bewachsenen Fassaden hat sie einen fast dörflichen Charakter. Tatsächlich ist es hier auch tagsüber recht ruhig. Besonders im Frühling und Sommer gehört sie zu den romantischsten Straßen von Paris.


Ein ganz anderes Paris zeigen die überdachten Passagen. Besonders fotogen sind die Passage Verdeau, die Passage des Panoramas, die Galerie Véro-Dodat und die Galerie Vivienne. Glasdächer, Mosaikböden und alte Schaufenster versetzen dich zurück ins 19. Jahrhundert. Jedenfalls, solange wenige Menschen dort sind.






Wenn das Café selbst zum Motiv wird
Wer das typische Pariser Lebensgefühl spüren will, ist hier richtig. Oft genug wollte ich nur schnell etwas trinken und bin dann hängen geblieben. Pariser Cafés sind schon wegen ihrer Fassaden sehenswerte Fotomotive. Typisch sind farbenfrohe Markisen, handgemalte Schriftzüge, Leuchtreklamen, geflochtene Bistrostühle und dicht aneinandergereihte Tische. Besonders am frühen Morgen oder in der blauen Stunde kommen diese Details schön zur Geltung.



Die Katakomben von Paris
Vergänglichkeit fasziniert mich. Daher gehören die Katakomben für mich zu den interessantesten Orten von Paris. In den schmalen, schwach beleuchteten Gängen liegen die Gebeine von Millionen Menschen. Schädel, Mauern aus Knochen, Inschriften und lange Tunnel schaffen eine beklemmende, manchmal surreal erscheinende Atmosphäre.
Fotografisch sind die Lichtverhältnisse anspruchsvoll. Ein lichtstarkes Objektiv, eine ruhige Hand und eine Kamera mit guter Leistung bei hohen ISO-Werten sind hilfreich. Private Aufnahmen sind erlaubt, Blitz und Stativ jedoch verboten. Große Taschen dürfen ebenfalls nicht mitgenommen werden; zugelassen sind laut offizieller Webseite nur Taschen bis 40 × 30 × 20 Zentimeter. Mein Tipp: Besorge dir rechtzeitig online Tickets. Vor Ort sind die Katakomben oft ausverkauft. Aktuelle Hinweise zum Besuch findest du auf der offiziellen Website der Katakomben.



Paris bei Nacht fotografieren
Ich fotografiere Städte sehr gerne nachts. Meist sind dann viel weniger Menschen unterwegs und durch die gezielte Beleuchtung heben sich historische Gebäude besonders eindrucksvoll von ihrer Umgebung ab. Auch Paris zeigt nach Einbruch der Dunkelheit ein völlig neues Gesicht. Fantastische Motive findest du entlang der Seine, rund um den Louvre und den Eiffelturm oder zwischen den gläsernen Riesen von La Défense. Es macht einfach Spaß, dich nachts treiben zu lassen. Besonders in den Sommermonaten, wenn es abends deutlich kühler wird.
Für Langzeitbelichtungen bieten Brücken, Uferpromenaden und verkehrsreiche Straßen ideale Bedingungen. Die Lichter der Schiffe und Autos ziehen leuchtende Spuren durch das Bild, während sich Straßenlaternen im Wasser spiegeln. Ein leichtes Reisestativ ist hier Gold wert. Alternativ leistet auch eine stabile Mauer oder ein Geländer gute Dienste zum Abstützen.
In puncto Sicherheit habe ich mich auch spät nachts mit meiner Fotoausrüstung durchweg wohlgefühlt. Dennoch gilt auch hier: Behalte deinen Rucksack im Auge, meide dunkle, verlassene Gegenden, habe dein Handy stets bei dir, geh nach Möglichkeit gemeinsam mit Freunden auf Fototour und plane deine Rückfahrt im Voraus. Ich war da aber, wie schon geschrieben, während meiner gesamten Paris-Zeit ziemlich entspannt und habe nie Schlechtes erlebt. Metro und Busse brachten mich selbst zu späten Zeiten immer sicher und zuverlässig zurück ins Hotel. Und die Menschen, die ich auf der Straße, im Bus oder der Metro getroffen habe, waren immer sehr freundlich. So freundlich, dass es aufgefallen ist.


Tourenvorschläge für Fotografinnen und Fotografen
Viele der vorgestellten Fotospots lassen sich gut zu Spaziergängen verbinden. Die folgenden Routen sind als Anregungen gedacht und können je nach Licht, Wetter und Kondition angepasst werden.
Die Klassiker
Beginne früh am Trocadéro und fotografiere den Eiffelturm anschließend vom Seineufer und von der Pont de Bir-Hakeim. Von dort fährst du zum Arc de Triomphe und gehst über die Champs-Élysées zur Pont Alexandre III. Weil ich oft früh aufgestanden und spät ins Bett gegangen bin, habe ich mich über den Mittag oft ausgeruht. Das kann ich nur empfehlen. Vor allem im Sommer, wenn es sehr heiß werden kann. Am Nachmittag führt die Route durch den Jardin des Tuileries zum Louvre. Dort kannst du den Tag mit Aufnahmen zur blauen Stunde und bei Nacht beenden.
Architektur und Symmetrie
Du spielst gerne mit Linien und n Formen herum? Eine Architekturtour würde ich in La Défense beginnen. Dort sind der Grande Arche, Hochhäuser und Le Moretti spannende Motive zum Einstieg. Danach kannst du dich einfach treiben lassen und mit den Motiven spielen. Anschließend geht es zum Arc de Triomphe mit seinem Treppenhaus und weiter zu den Kuppeln der Galeries Lafayette und des Printemps Haussmann. Den Abschluss bildet die kupferfarbene Metrostation Arts et Métiers.
Fototour vom Panthéon zur Île de la Cité
Vom Panthéon über die Bibliothèque Sainte-Geneviève geht es zum Jardin du Luxembourg. Nach einem Abstecher durch Saint-Germain erreichst du die Île de la Cité, das Herz der Stadt. Hier sind nicht nur die gotischen Ikonen Sainte-Chapelle und Notre-Dame spannende Motive (Achtung: hier ist es tagsüber recht voll). Ein Spaziergang über die beschauliche Île Saint-Louis rundet den Weg ab, bevor die Tour bei den mittelalterlichen Fassaden der Häuser in der Rue François-Miron einen stimmungsvollen Ausklang findet.
Paris bei Nacht
Eine schöne abendliche Fototour beginnt zur blauen Stunde an der Pont Alexandre III. Von dort gehst du am Seineufer entlang zum beleuchteten Louvre. Anschließend fährst du zum Trocadéro und fotografierst den Eiffelturm mit seiner nächtlichen Illumination. Alternativ bietet La Défense mit Spiegelungen, Lichtern und moderner Architektur einen spannenden Abschluss.
Meine Fotoausrüstung für Paris
Ich bin bequem geworden. Früher schleppte ich in einem schweren Rucksack alle meine Objektive, Filter und ein massives, stabiles, aber ausgesprochen unhandliches Stativ mit mir herum. Heute kann ich gut mit viel weniger Gepäck leben.
In Paris hatte ich zwei Objektive dabei: ein 24–240-mm-Reisezoom und ein lichtstarkes 16–28-mm-Weitwinkel mit einer Offenblende von f/2,8. Hinzu kam ein kompaktes Reisestativ, das zusammengeklappt in meinen Rucksack passt. Mein Fotorucksack besitzt unten gepolsterte Fächer für die Kameraausrüstung und oben ein großes Fach für Stativ, Getränke und etwas Verpflegung.
Außerdem gehören ein Brillenputztuch, mehrere Speicherkarten und ausreichend Ersatzakkus ins Gepäck. Besonders praktisch finde ich inzwischen Akkus, die sich direkt per USB-C laden lassen. Mehr braucht es mMn nicht und ich kann auch längere Touren entspannt angehen und bekomme auch nach langen Fototagen keine Rückenprobleme. Natürlich mag es an der einen oder anderen Stelle Qualitätseinbußen geben, wenn man ein Superzoom (aka Suppenzoom) einsetzt. Aber damit kann ich auf Reisen gut leben.

Ich bin Fotograf, Nordlicht und Hinterlandexperte. Diese Seite ist mein Herzensprojekt. Sie ist ein Ort für meine Leidenschaft zur Fotografie abseits meines Hauptberufs (mehr dazu unter matthias-suessen.de).
Seit vielen Jahren bewege ich mich mit Kamera und Notizbuch zwischen norddeutschen Küsten, weiten Landschaften, düsteren Mooren und urbanen Räumen, immer auf der Suche nach Licht, Struktur und Atmosphäre.
Mit Leidenschaft, Kamera und Drohne im Gepäck fange ich die Schönheit des Alltäglichen ein. Meine Bilder laden zur Entschleunigung ein und spiegeln meine langjährige Erfahrung in der Landschafts- und Architekturfotografie wider.
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